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Schiefer

Schiefer ist ein toniges, in dünne Platten spaltbares Gestein. Seine weiteren Bestandteile sind unter anderem Kalk, Mergel, Quarz. Im 19. Jahrhundert lag die Blütezeit der Schiefertafel-Herstellung.

Anwendung von Schiefer
Schiefer findet Verwendung als Dachdeckmaterial und Bodenplatten. Er ist relativ unempfindlich gegen Umwelteinflüsse. Weder Hitze noch strenger Frost, weder Dauernässe noch Trockenheit machen ihm etwas aus.

Verschiedene Arten von Schiefer

Ein weiterer großer Anwendungsbereich lag in der Tafel- und Griffelherstellung. Seit 1400 ist die Verwendung von Schiefertafeln bekannt. Doch die historischen Anfänge der Schiefertafelherstellung liegen im Dunkeln. Durch Neugründung von Schulen im Zuge der Reformation wurde eine steigende Nachfrage ausgelöst.

Geschichte des Schiefers und der Tafelmacher
Schiefer wurde in Deutschland vor allem im Frankenwald und im Thüringer Schiefergebirge gewonnen. Die Lebens- und Arbeitswelt seiner Bewohner wurde über Generationen hinweg von diesem Rohstoff geprägt. Schieferbrüche und Bergwerke drückten der Landschaft ihren Stempel auf.

Im 17. und 18. Jahrhundert betrieben die Tafelmacher ihre Arbeit häufig als Hausgewerbe. Es war immer eine Tätigkeit der Armen. Sie erhielten die Erlaubnis Tafeln herzustellen und konnten so durch die Mitarbeit der gesamten Familie ihre schlechten Lebensbedingungen etwas aufbessern.

Freies Schürfen - Nie ein Handwerksberuf
Möglich wurde eine solche Tätigkeit, weil das Schürfen von Schiefer bis 1933 nicht dem Bergregal unterworfen war. Jeder konnte im Bruch Schiefer abbauen. Interessant ist außerdem, daß der Tafelmacher nie als Handwerksberuf anerkannt wurde. Er war in gewisser Hinsicht ein Außenseiter.

Im 19. Jahrhundert stieg die Nachfrage nach Schiefertafeln und Griffeln rapide an. Nach Übergangsformen mit Zwischenhändlern und Niederlagen entstand in Oberfraken und Thüringen ein blühender Industiezweig: 1961 wurde in Geroldsgrün die erste Tafelfabrik eröffnet. Ein Jahr später folgte die nächste in Ludwigstadt. 1883 entstand die erste Griffelfabrik in Steinach / Thüringen.

Blütezeit und Niedergang der Schiefertafel-Herstellung
Die Zeit von 1890 bis 1914 kann man als die Blütezeit der Tafel- und Griffelindustrie bezeichnen. Franken wurde zum Zentrum der Schiefertafelherstellung und war praktisch weltweit ohne Konkurrenz. Der jährliche Ausstoß lag in dieser Hochphase bei ca. 12 Millionen Stück pro Jahr. Die Nachfrage war sogar so groß, dass die einheimische Produktion bald nicht mehr ausreichte und man auf Importe, hauptsächlich aus der Schweiz, angewiesen war. Damit war jedoch der Höhepunkt erreicht.

Nach dem zweiten Weltkrieg sank die Nachfrage nach Schiefer beständig. Die Griffelherstellung in Steinach wurde schließlich 1968 eingestellt. Die letzte Schiefertafelfabrik in Deutschland wurde 1989 in Ludwigstadt geschlossen.

Autor: Eichhorn, Heinz Bamberg

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05.05.2009 | Rubrik: S | 1 Kommentare

Kommentare & Anmerkungen

zum Beitrag: »Schiefer«

Kommentare & Anmerkungen

1Herta Schwendinger schreibt am 25.01.10 14:36:

Hallo, ich interessiere mich für Schiefer.

Diesen möchte ich gerne rund schneiden,
bzw. Herzen schneiden. Was für eine Schere
gibt es und wo bekomme ich so eine.

Schreiben Sie uns ...


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