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Mammut-Elfenbein

Mammut-Elfenbein sind die Stoßzähne des vor ca. 10.000 Jahren ausgestorbenen Mammuts. Das Mammut ist eine Elefantenart mit mächtigen, nach oben gebogenen Stoßzähnen und langhaarigem Pelz. Es lebte bis zur letzten Eiszeit in Eurasien und Nordamerika.

Fossiles Mammut-Elfenbein

Fossile Mammuts in Sibirien und Alaska
Überreste dieser imposanten Tiere werden heute vorwiegend in der nördlichen Permafrostregion Sibiriens und in Alaska gefunden.

Mammut-Elfenbein - interessant in Struktur und Farbe
Das aus Bodenfunden stammende Mammut-Elfenbein, auch "schwarzes Elfenbein" genannt, ist in Struktur und Farbe interessanter als das Elfenbein des Afrikanischen Elefanten. Bedingt durch die jahrtausendelange Konservierung ist dieses Material durch Risse, Bruchstellen und Farbnuancen gekennzeichnet.

Auf dem Foto oben sind die Struktur und Risse des Mammut-Elfenbeins gut zu erkennen. Die Risse werden genutzt, um sie bei der Schmuckherstellung aus Mammut wie hier zum Beispiel mit Lapislazuli auszufüllen.

Aufregende Vergangenheit des Mammut-Elfenbeins
Das Mammut-Elfenbein hat eine aufregende, rätselhafte Vergangenheit hinter sich. Über das Aussterben des Mammuts gibt es zahlreiche Theorien, jedoch keine Gewißheit.

Im Mammut-Museum in Siegsdorf ist das Skelett des größten europäischen Mammutfundes von 1975 rekonstruiert. Vor dem Museum kann eine naturgetreue Nachbildung des Mammuts in voller Lebensgröße bewundert werden. Der Bildhauer Franz Feistl hat diese dermoplastische Rekonstruktion mit einer Schulterhöhe von 3,60 m angefertig

Abenteuerliche Expeditionen nach fossilen Mammut Resten
Auf abenteuerliche Art und Weise spüren russische Experten alljährlich im kurzen sibirischen Sommer in großangelegten Expeditionen nördlich des Polarkreises Überreste des Mammuts auf.

Sie finden Skelette, Zähne und auch vollständig erhaltene, im eis konservierte Tiere. Die Stoßzähne des Mammuts sind mehrere Meter lang und eigentümlich gedreht. Von ihnen wurden während einer Expedition schon bis zu fünf Tonnen gefunden, zur Zeit sind es zwei bis drei Tonnen jährlich. Nach wissenschaftlicher Auswertung wird ein Teil der Funde für den Handel freigegeben.

Artenschutz und Handel
Als fossiler Werkstoff tangiert das Mammut-Elfenbein nicht den Artenschutz. Dagegen bestehen gegen das Elefanten-Elfenbein aufgrund verschärfter Artenschutzbestimmungen gewisse Einfuhrbeschränkungen. 1989 wurden die afrikanischen Elefanten unter absoluten Schutz gestellt , und es gab ein absolutes Einfuhrverbot für das Elefanten-Elfenbein. 1997 wurde der eingeschränkte Handel mit Elfenbein wieder erlaubt. Danach dürfen Zimbabwe, Botswana und Namibia gelagerte Stoßzähne nach Japan verkaufen. Zur Zeit ist strittig, ob der Elfenbeinhandel generell wieder freigegeben werden soll. (Stand: September 2000)

Die ehemalige Sowjetunion hat schon in den 70er und 80er Jahren versucht, das Mammut-Elfenbein in den Handel zu bringen. Aufgrund der Risse und Verfärbungen galt es jedoch als minderwertig und hatte gegenüber dem Elefanten-Elfenbein keine Chance. Seit dem Einfuhrverbot für Elefanten-Elfenbein 1990 hat der Handel jedoch etwas zugenommen.

Autor: Gudrum Höpner
Foto: Gudrun Höpner

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04.05.2009 | Rubrik: M | 0 Kommentare

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